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Zum Thema Darmkrebs:

Darmkrebs ist wie kaum ein anderer Tumor früh zu erkennen und damit heilbar. Die Wirksamkeit der Früherkennungsprogramme ist wissenschaftlich hinlänglich bewiesen und die Früherkennungsmaßnahmen sind kosteneffizient.

Im Bezirk Oberpullendorf, Österreich (Hr. OA Dr. Mach) konnte durch die Einführung von Vorsorgemaßnahmen ein deutlicher Shift Richtung früherer Stadien des Kolonkarzinoms verzeichnet werden. Siehe > Studieninformation

> Selbsthilfegruppe Darmkrebs

Das Kolonkarzinom
Grundsätzlich muss betont werden, dass alle Symptome, die auf das Vorliegen eines kolorektalen Karzinoms (CRC) schließen lassen, Spätzeichen sind. Neben

  • wechselnden Stuhlgewohnheiten
  • Gewichtsverlust
  • Symptomen eines inkompletten Darmverschlusses

ist das wichtigste Verdachtssymptom die

  • peranale Blutung

Wird eine Blutung aufgefunden, so sollte unverzüglich eine Koloskopie durchgeführt werden. Dabei ist eine vorhandene, vom Patienten mit freiem Auge gesichtete Blutung nicht nochmals mit einem so genannten Blut-im-Stuhl-Test zu verifzieren. Ebenso sollte ein einmal positives Testergebnis nicht durch weitere Tests überprüft werden. Gerade beim immunologischen Test ist der Nachweis von humanem Hämoglobin durch ein positives Testresultat als sicher anzusehen und endoskopisch abzuklären.

Vorsorgeprogramme:
Das Kolonkarzinom eignet sich in modellhafter Weise für die Vorsorgeprogramme. In mehr als 95 % stellen Schleimhautadenome (Polypen) identifizierbare, noch nicht maligne entartete Vorläuferläsionen dar, die – sofern rechtzeitig entdeckt – mittels Koloskopie abgetragen werden können.

Dies macht die Durchführung von engmaschigen und konsequenten Bevölkerungsscreenings als Präventionsmaßnahme bedeutungsvoll. Viele Initiatoren engagieren sich für eine aktive Teilnahme der Bevölkerung, wie bereits bei der österreichischen Studie: "Burgenland gegen Dickdarmkrebs" (OA Dr. Karl Mach, A.ö.Krankenhaus Oberpullendorf).

Als Anstoß dafür, dass die Bevölkerung aktiv teilnimmt, haben sich einige Institutionen dafür engagiert, wie zum Beispiel

  • Stadt Baden bei Wien
  • A.ö. Krankenhaus Oberpullendorf
  • Gemeinde Wörschach (Bezirk Liezen)
  • Gemeinde Hollenthon (Bezirk Wr. Neustadt)

Eine sehr wertvolle Aktion ist die Einführung eines Darmkrebsmonats, um mit Hilfe von Aufklärungkampagnen und Firmenaktionen die Bevölkerung über Früherkennungsmaßnahmen zu informieren.

Epidemiologie:

Österreich: Das Kolonkarzinom stellt in Österreich sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste Krebstodesursache dar. Bei den Männern wird das Kolorektalkarzinom nur durch die Sterblichkeit an Lungenkarzinom, bei den Frauen durch die Mortalität an Brustkrebs übertroffen. Pro Jahr erkranken ca. 5 000 Menschen an einem kolorektalen Karzinom, insgesamt ist jeder 17. Österreicher davon betroffen. Etwa 50 % der Erkrankten sterben an diesem Tumor.
Mit diesen Werten liegt Österreich im EU-Schnitt leider im oberen Drittel. In Österreich ist dabei ein deutliches Ost-West-Gefälle zu verzeichnen: Im Osten sterben rund 34, im Westen rund 26 pro 100 000 Einwohner an Darmkrebs.

Deutschland: Mit etwa 50.000 Neuerkrankungen und 30.000 Todesfällen pro Jahr allein in Deutschland sind kolorektale Karzinome die zweithäufigste Todesursache bei bösartigen Tumoren. In Deutschland nutzen derzeit nur 15 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen die Chance, durch Früherkennung gesund zu bleiben.